Niedertemperatur-/Tieftemperatur-Heizkessel
Nasse, beschlagene Fenster sind bei einfacher Verglasung ein bekanntes
Problem. So wie dort kann sich auch an herkömmlichen Kesselheizflächen
bei niedriger Kesselwassertemperatur Feuchtigkeit (Kondenswasser)
bilden, die zu Korrosionsschäden und damit zur Zerstörung
des Heizkessels führt.

Um die Vorteile und Besonderheiten der Niedertemperaturtechnik
klar zu machen, bietet sich ein Vergleich mit einem alten Heizsystem
an. Ältere Heizsysteme werden in der Regel mit einer hohen
konstanten Kesselwassertemperatur betrieben, die mindestens 70-80°C
betragen muss - egal ob Sie viel oder wenig Wärme benötigen.
Bei Niedertemperatur-Heizkesseln passt sich die Kesselwassertemperatur
automatisch der jeweiligen Außentemperatur an. Das bedeutet:
der Niedertemperatur-Heizkessel wird mit gleitender Kesselwassertemperatur
betrieben, deren Untergrenze bei 30-40°C liegen kann. Dadurch
werden Oberflächen-, Auskühl- und Abgasverluste drastisch
reduziert - was erheblich Brennstoff spart und die Umwelt schont.
Bei alten Heizkesseln würde sich bei dieser Betriebsweise
im Heizkessel Kondenswasser bilden, was im Laufe der Zeit unweigerlich
zu Schäden führen würde.
Im Vergleich zu Niedertemperatur-Heizkesseln, bei denen zwar
eine Anpassung der Kesselwassertemperaturen an die jeweilige Außentemperatur
erfolgt, der Heizkessel jedoch immer noch mit einer Mindest-Sockeltemperatur
betrieben werden muss, können Tieftemperatur-Heizkessel zusätzlich
sogar ganz abschalten, wenn keine Wärme benötigt wird.
Kaltstarts schaden dem Heizkessel nicht. Das reduziert zusätzlich
den Brennstoffverbrauch.
Niedrigenergiehaus
Obwohl die Definition eines Niedrigenergiehauses (NEH) auf keiner rechtlichen Grundlage beruht, kann davon
ausgegangen werden, dass der nach der Wärmeschutzverordnung
(WSchV) 1995 maximal zulässige Energiebedarf im Niedrigenergiehaus
noch einmal um 25 bis 30% unterschritten wird.

Damit hat ein Einfamilien-Niedrigenergiehaus einen Heizwärmebedarf
von weniger als 70 kWh pro m² und Jahr, ein Mehrfamilien -NEH
von unter 55 kWh pro m² und Jahr. Dieser Wert entspricht
dem Wärmeinhalt von rund 5,5 Litern Heizöl oder 5,5
m³ Erdgas.
Merkmale eines Niedrigenergiehauses:
Sehr gute Wärmedämmung, Vermeidung von Wärmebrücken
Gebäudedichtheit (nachgewiesen durch blower-door-Test)
Dem jeweiligen NEH genau angepasste moderne Wärmeerzeuger
wie Niedertemperatur- oder Gas-Brennwertkessel, aber auch Wärmepumpen
mit hoher Leistungszahl sowie thermische Solaranlagen für
die Trinkwassererwärmung
Wohnungslüftungs-System für die kontrollierte Be- und
Entlüftung
Nutzung solarer Wärmegewinne.
Norm-Nutzungsgrad

Um verschiedene Wärmeerzeuger hinsichtlich ihrer Energieausnutzung
vergleichen zu können, hat man den Norm-Nutzungsgrad eingeführt.
Der Norm-Nutzungsgrad als Maß für die Energieausnutzung
eines Heizkessels gibt an, bis zu welchem Prozentsatz die eingesetzte
Energie über das gesamte Jahr in nutzbare Heizwärme
umgesetzt wird.
Die Höhe des Norm-Nutzungsgrades wird maßgeblich beeinflusst
durch die Höhe der im Betrieb entstehenden Abgasverluste
sowie der Oberflächenverluste.